Warum junge Menschen auch heute noch stricken
Stricken ist ein Handwerk, das sich weltweit seit Urzeiten größter Beliebtheit erfreut. Für viele ist es einfach auch ein Hobby, mit dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.
Können Sie sich noch daran erinnern, wann Sie das letzte Mal gestrickt haben? Haben Sie es in der Schule noch gelernt? Oder hat Ihnen Ihre Mutter dieses Handwerk beigebracht?
Handarbeiten hat in unserer Kultur schon immer einen festen Platz gehabt. Die Frauen haben genäht, gestickt, gehäkelt und gestrickt. Es gibt Techniken, die waren Besonderheiten einer bestimmten
Region, die von Generation zu Generation weiter gegeben wurden. Andere Fertigkeiten waren Allgemeinbildung. Inzwischen ist es so, dass wir viele dieser handwerklichen Fertigkeiten nicht mehr beherrschen.
Das Stricken und das Häkeln gehören zu den Handarbeiten, die auch noch bei jungen Menschen bekannt sind. Sie werden zum Teil noch in den Schulen gelehrt.
Handarbeiten sind zum Hobby geworden. Das war nicht immer so.
Für unsere Mütter und Großmütter war es ein Muss, um finanziell über die Runden zu kommen oder aber weil es bestimmte Kleidungsstücke nicht zu kaufen gab. In vielen Teilen der Welt ist es auch heute noch so: Frauen, die selbst ihre Kleidungsstücke herstellen, sparen damit Geld und sie haben damit die Möglichkeit, sogar aus Resten Kleidung zu machen.
Unsere Großmütter haben sich im Winter in den Häusern getroffen und haben, während sie sich über Hinz und Kunz und Nachbars Garten unterhalten haben, fleißig mit den Nadeln geklappert. Die Hände standen nicht still und die Muster entstanden wie im Traum. Verarbeitet wurde die Wolle der eigenen Schafe.
Für die Kinder gab es die Strickliesel. Mit ihr haben sie den Umgang mit der Stricknadel gelernt und ein Gefühl für die Spannung bekommen, die die Wolle in der Hand haben muss.
Für Frauen, die viel strickten oder ihre Ware professionell verkaufen mussten, gab es Strickmaschinen. Mit ihnen war es noch einfacher, gleichmäßig schöne Muster zu stricken. Und schneller war man damit allemal.
Wenn das Stricken heute auch nicht mehr mit sozialem Netzwerken verbunden ist und auch keine finanzielle Erleichterung mehr bringt, so hat es doch eine beruhigende Wirkung auf uns. In uns wird die kreative Ader zum Leben erweckt und wir schaffen Individualität mit unseren eigenen Kunstwerken. Nur unsere Fantasie kann uns da noch Grenzen setzen. Und diese wird angeregt durch ein reichhaltiges Angebot an Anleitungen und Ideen, die uns zum Nachahmen und zum Ausprobieren animieren. Die Vielfalt an Materialien und Farben bei der Wolle lässt keine kreativen Wünsche offen.