Nähen, Stricken, Filzen: Handarbeiten ist wieder in
In den Zeiten der Krise greifen die Deutschen wieder öfter zu Nadel und Faden. Mit heimischen Handarbeiten schonen sie den Geldbeutel und schaffen individuelle Kleidungsstücke und Geschenke für Groß und Klein.
„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ Getreu diesem Motto kramen in diesen Tagen viele fingerfertige Frauen (und vielleicht auch einige Männer) ihr Wissen aus dem Handarbeitsunterricht wieder hervor – oder lernen ganz neu, mit Nähmaschine und Stricknadeln umzugehen. Doch es geht ihnen um mehr als nur darum, abends vor dem Fernseher idyllische Motive auf Kissen zu sticken, vor dem Kamin mit der Strickliesel lange bunte Wollschläuche zu produzieren oder den Nachwuchs mit ausgefallenen Karnevalskostümen zu versorgen. Sie stürmen Stoffmärkte, Garngeschäfte und Wollläden, um mit ihren Handarbeiten den einen oder anderen Euro zu sparen und dabei trotzdem geschmackvoll gekleidet zu sein. In liebevoller Kleinarbeit erschaffen sie zu Hause der Tochter einen Rock in der aktuellen Lieblingsfarbe oder dem Mann einen zur Hose passenden Pullunder.
Handarbeiten – ein Trend, auf den auch immer mehr Geschäftsleute aufspringen: Kaufhäuser bieten eine größere Auswahl an Stoffen, Schnitten und Strickmustern an und in vielen Städten machen riesige fahrende Stoffmärkte halt, um ihre Ware an den Mann, bzw. die Frau, zu bringen. Ein großer Erfolg, beobachtet man die Menschenmengen, die sich mit Tüten, Taschen und sogar Trolleys bepackt durch die Reihen schieben – und die zufriedenen Gesichter der Händler. Doch sieht man dort beileibe nicht nur Hausfrauen in den besten Jahren, sondern auch viele junge Menschen, die Wert auf einen individuellen Kleidungsstil legen. Sie gehen bei ihren Müttern in die Kurz-Schneiderlehre oder besuchen an der lokalen Volkshochschule einen Nähkurs, um sich dann je nach Geschmack Röcke, Hosen und Blazer auf den Leib zu schneidern oder alte Kleidungsstücke aufzupeppen. Bei der großen Auswahl, die sich mittlerweile bietet, ist auch für sie immer etwas dabei und sie laufen nicht länger Gefahr, ihr neuestes Teil am nächsten Morgen an der Klassenkameradin zu sehen.
Neben den Evergreens Nähen und Stricken behauptet sich seit einiger Zeit das Filzen an der Spitze der beliebtesten Handarbeiten. Jedoch nicht zur Herstellung von Kleidungsstücken, sondern weil man mithilfe dieser Technik wollige Accessoires und andere außergewöhnliche Geschenke selbst machen kann. Von einfachen Blumen-Broschen über kuschelige Schals bis zu wärmenden Hausschuhen. Alles ist möglich. So schenkt man nicht nur preiswert, sondern auch mit Liebe.